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Tag Archives | Abreise

Weltreise-Vorbereitung: Die Abschiedsparty

Jetzt bitte locker bleiben! Bloß nicht verkrampfen! Keine Panik kriegen und keinen Rückzieher machen! Das hat mir meine Mutti immer wieder ans Herz gelegt. Mein Problem ist, dass ich heute, einen Tag vor der Abreise, tierische Angst habe. Allein beim Gedanken an die große weite Welt mache ich mir in die Hose. Bei Guatemala beispielsweise. Das Auswärtige Amt in Deutschland verängstigt mich gewaltig mit den gewalttätigsten Horrormeldungen: Dutzende Tote am Tag, Misshandlungen, Räubereien. Ach du liebe Güte. Und da willst du durchreisen?

Auf der Abschiedsfeier mit meinen Freunden habe ich noch den Helden gespielt. Ach Guatemala. Schaffe ich! Die Abschiedsfeier: Die war unglaublich wichtig. Alle Freunde noch einmal sehen. Das ein oder andere Bier zu viel trinken. Da fallen die Anspannungen so kurz vor der Abreise.

Die letzte Nacht verbringe ich in meiner Familien. Nach intensiven Gesprächen liege ich im Bett. Ich drehe mich hin und her. Der Gedanke an die Weltreise schwirrt im Kopf herum. Doch Panik bekomme ich nicht. Meinem großen Traum steht nun nichts mehr im Wege. Nun kann ich sagen: Jetzt geht´s los!

Weltreise-Planung: Dokumente sichern

Mit den neuen Ausweisen bin ich vorsichtig. Schließlich haben die eine Menge gekostet. Reisepass und Führerschein haben es pünktlich innerhalb der angekündigten Zeit geschafft, gedruckt zu werden.

Bevor ich die Dokumente gut und sicher verpacke, scannen ich sie alle in den Laptop ein. Man kann nie wissen. Vielleicht werde ich auf der Weltreise überfallen. Sind die Ausweise weg, dann ist Holland in Not. Oder besser gesagt, ich, wo auch immer ich dann gerade stecke. In Honduras, Bolivien oder Malaysia. Ohne Führerschein, kein Autofahren. Ohne Reisepass dürfte ich nicht einmal in ein anderes Land außer in die Heimat reisen.

Um rund um die Welt auf diese wichtigen Dokumente zugreifen zu können, lege ich die eingescannten Daten in eines meiner E-Mail Postfächer. Damit habe ich bei Verlust immer die Kopien von Reisepass, Impfausweis und Führerschein parat. Im Fall aller Fälle kann ich bei einer Botschaft schnell meine Identität nachweisen.

Fast alles scheint für die Abreise vorbereitet zu sein. Die Ausweise sind organisiert. Die Impfungen im Körper. Ein paar Euro habe ich gleich in US-Dollar getauscht. Für die Ankunft in New York. Ich könnte mich fast schon zurücklehnen. Doch einen Monat vor der Abreise spuken in meinem Kopf unangenehme Gedanken herum: Habe ich wirklich nichts Wichtiges vergessen?

Weltreise-Vorbereitung: Den roten Faden nicht verlieren

Die Abreise rückt zwar langsam näher, aber alles scheint noch so weit weg zu sein. 8 Monate. Sich in dieser Phase auf die Weltreise zu konzentrieren ist verdammt schwer. Immer wieder verliere ich das Ziel aus den Augen. Andere Dinge scheinen wichtiger zu sein. Die Prioritätenliste wankt.

Ich stehe an diesem Abend in einer Disko. Feiern ist wichtiger. Das Leben habe ich trotz der zeitfressenden Planungsphase natürlich nicht verlernt. Ich trinke, tanze und turtele herum. Bis mich ein Lied plötzlich aus der feucht-fröhlichen Stimmung herausreißt.

Keimzeit „Kling, klang!“ von Keimzeit

(“Für diesen Ausblick dich in die Kamera zu kriegen, haut mal wieder nicht hin. Komm und lass uns heute noch nach England fliegen – god save the Queen. An der Westküste dann die Promenade runter, wo schon der Kapitän wartet. “Guten Tag, zweimal bis nach Feuerland bitte!” Das Schiff ist leicht entartet. Refrain: Kling Klang du und ich, die Strassen entlang. Kling Klang du und ich, die Strassen entlang.”)

Nach meiner Rückbesinnung auf die Weltreise träume ich in dieser Nacht intensiv von zwölf Monaten Sonne satt. Am nächsten Morgen springe ich motiviert aus den Betten: Routen raussuchen, Wetter checken, Sehenswürdigkeiten finden. Die acht Monate brauche ich sicher, um noch so manche Krise aus dem Weg zu räumen und die Tour in Ruhe zu planen.

Weltreise-Vorbereitung: Den roten Faden finden

Der Herbst färbt die Blätter bunt. Ich heize in der Küche den Teekessel. Draußen ist es ungemütlich. Gott sei dank, sitze ich in unserer behaglichen Wohnung. Ich grübele: Wo fängt man mit der Weltreise-Planung an?

Zunächst muss der rote Faden gefunden werden. Ich blicke nach draußen, ich blicke zum Fernseher: Dort scheint die Sonne selbst bei schlimmsten Regenstürmen. Ich schaue noch einmal nach draußen. Dann schnappe ich zu und habe ihn: Den roten Faden. Ich will mal einen richtigen Sommer erleben!

Mit dem roten Faden in der Hand steigere ich mich weiter in die Überlegung hinein. Anfangs- und Endpunkt der Reise sollen gleich sein. Gesund und munter will ich in Deutschland starten! Gesund und munter will ich hierher wieder zurück!

Ich springe auf und hole den Globus vom Schrank. Mit dem Finger auf dem Erdball träume ich mich in die Zeit zwischen Abreise und Rückkehr. Bis in der Küche der Teekessel pfeift.