Password Reset

Please enter your e-mail address. You will receive a new password via e-mail.

Tag Archives | Flieger

Die Weltreise beginnt: Die Einreise in die USA

365 Tage will ich unterwegs sein. Immer der Sonne nach, das ist das Motto. Ich reise einmal um den Globus herum. Und am Ende lande ich wieder da, wo ich hergekommen bin. In Deutschland, in Magdeburg. Wo ist der Sinn? Ich zucke mit den Achseln. Dann setzt der Flieger sanft auf dem New Yorker J.F.K. Flughafen auf.

Neugierde macht sich breit. Doch keine Zeit. Kaum setze ich den Fuß aus der Maschine, werde ich zügig in Richtung Einreiseschalter geschleust. Nach einem kurzen aber schnellen Fußmarsch, fällt mein erster Blick auf die strengen Gesichter der Passkontrolleure. Hoffentlich erwische ich einen Freundlichen. Denn für so manchen Touristen endete bereits am Einlass die Reise in die USA. Also bin ich schön brav und lächele artig! Ich will doch nicht als Terroristen abgestempelt werden.

Ein Grenzpolizist mit rauer Stimme empfängt mich. Etwas militärisch fragt er nach den Rückflugtickets. Jeder USA-Urlauber sollte Rückflug- oder Weiterflugtickets vorzeigen können. Fehlt das Ticket geht die USA davon aus, du willst als illegaler Einwanderer in ihrem Land leben. Ich habe kein Rückflugticket. Dafür habe ich aber Weiterreisetickets ab Südamerika. Denn erst mit der Ankunft in Santiago de Chile in fünf Monaten ist die Amerikareise beendet. Meine Pläne für die Weltreise muss ich dem Mann detailliert erklären. Am Ende guckt der Passkontrolleur unschlüssig nach unten. Er schüttelt den Kopf. Und sagt: “Verrückte Deutsche!” Ich atme auf. Trete aus dem Flughafen. Und bin drin. In den USA.

Die Weltreise beginnt: Gedanken im Flieger

Mit jedem Kilometer, den ich mich von zu Hause entferne, wird die Sehnsucht kleiner. Vorfreude auf unbekanntes Reiseland breitet sich aus. Fremd wirkt allerdings im Flieger ein Rabbi, der neben mir sitzt. Ich saß noch nie neben einem Rabbi. Mit einer Fibel unter dem Arm isst er Krümelkekse mit Thunfisch. Wenn der Rabbi nicht knuspert, dann schläft er über seinem Buch ein. Scheint kein sonderlich gutes Buch zu sein. Vor mir flimmert King Kong über den Bildschirm. Der Film erregt meine Aufmerksamkeit.

Der Riesengorilla ist gerade im Begriff auf das Empire-State-Building in New York zu krabbeln. Morgen werde ich gleiches tun. Nur nehme ich den Lift rauf zur Aussichtsplattform des höchsten Gebäudes der Stadt. Unvorstellbar, das ich in wenigen Stunden in New York bin. Und dann nicke ich über meinen Träumen ein.

Stunden vergehen. Als ich aufwache, geht mein Blick aus dem Fenster. Unter uns blitzt Neufundland auf. Der erste Blick auf das unbekannte Land aus 12000 Metern Höhe ist gigantisch. Ich starre auf die fast nackten Hügelchen Neufundlands, die seelenruhig im eiskalten Atlantik liegen. Ich fühle mich wie der Entdecker Amerikas.

Beim Anflug auf den Bundesstaat New York endet das Bordprogramm. King Kong hat aufgehört zu Brüllen. Eine gespenstische Stille herrscht im Flieger. Es scheint, als ob ich nicht der einzige in der Maschine bin, der sich wie der Entdecker des neuen Kontinents fühlt. Jeder macht sich so seine Gedanken. Was wird da unten passieren? Wie wird es sein? Die Anschnallzeichen leuchten auf. Der Flieger setzt zur Landung an.

Die Weltreise beginnt: Auf Wiedersehen, Deutschland!

Ich steige in eine Maschine von British Airways. Die wird mich zunächst nach London bringen. Der Flieger hebt in Berlin ab, doch bevor er in Richtung England los düst, macht er noch einen Bogen über Magdeburg. Magdeburg – meine Heimat. Viele sagen, Magdeburg sei hässlich, dreckig, oll, öde, blöde. Ach, die haben doch alle keine Ahnung! Mein Magdeburg ist die schönste Stadt der Welt.

Der Kapitän landet die Maschine weich auf dem Flughafen Heathrow. Es ist ein verregneter Tag über London. Eigentlich wie immer. Zwei langweilige Stunden vergehen auf dem Flughafen. Dann heißt es wieder einmal einchecken. Diesmal in den Flieger in die Ferne. Nach Amerika. Auf einen ganz anderen Kontinent. Amerika, da fallen mir spontan die alten Western mit Terence Hill und Bud Spencer ein. Als Cowboy auf einem Pferd durch die Prärie reiten. Das muss toll sein. Das will ich auch. Und das kann ich auch machen, in wenigen Stunden, wenn ich drüben bin. Und Indianer will ich sehen. Ich will den Klondike rauf und runterschippern. Ich will in einem Salon einen Whiskey trinken. Und eine Bardame soll sich auf meinen Schoss setzen und ein Liedchen trällern.

Da habe ich mir eine ganz schön große Aufgabe vorgenommen. Ein Jahr lang durch die Welt reiten. Das Leben bestreiten. Ich freu mich drauf. Und dann startet der Flieger nach Amerika. Europa ade. Liebe Welt, du kannst kommen!

Die Weltreise beginnt: Der Abschied Teil 1

Nach einer verkrampften Nacht klingelt gegen halb acht der Wecker. Noch müde wird mir bewusst, dass das die vorerst letzten Minuten im eigenen Bett sind. Ich drehe mich in meinem Bett noch einmal um. Ich werde es vermissen. Schlafwarm schlage ich zehn Minuten nach acht die Bettdecken hoch. Die heimische Morgenfrische kriecht unter die nackte Haut. Ich sauge sie tief in mich ein. Wenig später sitze ich verpennt und mit dunklen Augenringen am Frühstückstisch. In Magdeburg haben die Bäcker der Stadt heute definitiv zu viele Brötchen gebacken. Ich bekomme keinen Bissen runter. Denn es stehen mehrere Abschiede bevor.

Zuerst der von den eigenen vier Wänden. Es ist ein schwerer Gang – raus aus dem Haus. Der letzte Blick auf die gewohnte Umgebung. Das Wohnzimmer, das Bad, die Küche – ich sage: Ciao. Adieu, vertraute Welt. Die Tür klappt zu. Im Magen kribbelt es heftig. Doch neben der Trauer um die eigenen vier Wände gesellt sich noch ein anderes unangenehmes Gefühl. Ich muss den beschwerlichen Weg über die staureiche Autobahn A2 nach Berlin antreten. Denn Magdeburg, die Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt, hat viel, nur keinen anständigen Verkehrsflughafen. Deshalb muss ich nun nach Berlin Tegel.

Auch wenn der Flieger in die Ferne erst um 12 Uhr 30 abhebt: Punkt 9 startet unser Auto. Auf Drängen meiner Mutti. Aber wenn wir in einen Stau kommen! Wir drücken also auf die Tube. 100 Kilometer in der Stunde. Die Geschwindigkeitsanzeige scheint an der 100 zu kleben. Auch meine Schwester begleitet mich an diesem Morgen zum Flieger. Sie fährt.