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United States of America (USA): Ankunft mit Problemen

Es ist ein kleiner Schritt für die Menschheit, aber ein großer Schritt für mich. Ich betrete amerikanischen Boden. Ich habe die Luft der Freiheit in den Lungen. Auf geht‘s nach New York. Zu sehen ist von der berühmten Stadt nahe des J.F.K. Flughafens noch nichts. Bis ins Zentrum ist es gut eine Stunde Fahrt mit der U-Bahn, der sogenannten Subway.

Bevor meine Subway Richtung New York City aufbricht, habe ich Zeit, meiner Mutti eine SMS zu schreiben. Ich tippe. Bin sicher gelandet. Küßchen, vermisse Dich. Doch beim Abschicken der SMS spinnt das Handy. Senden fehlgeschlagen, steht auf dem Display. Auch meine Testanrufe werden abgeblockt. Ich soll mich mit meinem Netzbetreiber in Verbindung setzen, erzählt mir eine nette Ansage. Aber selbst das funktioniert nicht.

Das Problem mit dem Handy frustriert. Ich probiere hundert und tausend Varianten. Nichts passiert. Mutti wartet sicher schon auf eine Nachricht. Den Draht nicht nach Hause zu bekommen, reibt mit jeder Minute die vergeht, meinen Magen weiter auf. Ich scheine abgeschnitten zu sein von der Familie. Abgeschnitten vom Rest der Welt.

Die Lösung für mein Problem findet sich plötzlich und unerwartet: Als ich nach gut 60 Minuten mit der Subway im Stadtzentrum von New York ankomme und an die erste greifbare Telefonzelle springe. Eine große Plakette erklärt, wie man von den USA nach Übersee telefoniert. Ich lese und greife mir an die Stirn. Ein Jahr Vorbereitung auf die Reise hat nicht ausgereicht, um ein so simples Vorwahlspielchen zu recherchieren: Anstatt der 0049 muss man Deutschland in den USA mit der 01149 anwählen.

Die Weltreise beginnt: Die Einreise in die USA

365 Tage will ich unterwegs sein. Immer der Sonne nach, das ist das Motto. Ich reise einmal um den Globus herum. Und am Ende lande ich wieder da, wo ich hergekommen bin. In Deutschland, in Magdeburg. Wo ist der Sinn? Ich zucke mit den Achseln. Dann setzt der Flieger sanft auf dem New Yorker J.F.K. Flughafen auf.

Neugierde macht sich breit. Doch keine Zeit. Kaum setze ich den Fuß aus der Maschine, werde ich zügig in Richtung Einreiseschalter geschleust. Nach einem kurzen aber schnellen Fußmarsch, fällt mein erster Blick auf die strengen Gesichter der Passkontrolleure. Hoffentlich erwische ich einen Freundlichen. Denn für so manchen Touristen endete bereits am Einlass die Reise in die USA. Also bin ich schön brav und lächele artig! Ich will doch nicht als Terroristen abgestempelt werden.

Ein Grenzpolizist mit rauer Stimme empfängt mich. Etwas militärisch fragt er nach den Rückflugtickets. Jeder USA-Urlauber sollte Rückflug- oder Weiterflugtickets vorzeigen können. Fehlt das Ticket geht die USA davon aus, du willst als illegaler Einwanderer in ihrem Land leben. Ich habe kein Rückflugticket. Dafür habe ich aber Weiterreisetickets ab Südamerika. Denn erst mit der Ankunft in Santiago de Chile in fünf Monaten ist die Amerikareise beendet. Meine Pläne für die Weltreise muss ich dem Mann detailliert erklären. Am Ende guckt der Passkontrolleur unschlüssig nach unten. Er schüttelt den Kopf. Und sagt: “Verrückte Deutsche!” Ich atme auf. Trete aus dem Flughafen. Und bin drin. In den USA.

Die Weltreise beginnt: Auf Wiedersehen, Deutschland!

Ich steige in eine Maschine von British Airways. Die wird mich zunächst nach London bringen. Der Flieger hebt in Berlin ab, doch bevor er in Richtung England los düst, macht er noch einen Bogen über Magdeburg. Magdeburg – meine Heimat. Viele sagen, Magdeburg sei hässlich, dreckig, oll, öde, blöde. Ach, die haben doch alle keine Ahnung! Mein Magdeburg ist die schönste Stadt der Welt.

Der Kapitän landet die Maschine weich auf dem Flughafen Heathrow. Es ist ein verregneter Tag über London. Eigentlich wie immer. Zwei langweilige Stunden vergehen auf dem Flughafen. Dann heißt es wieder einmal einchecken. Diesmal in den Flieger in die Ferne. Nach Amerika. Auf einen ganz anderen Kontinent. Amerika, da fallen mir spontan die alten Western mit Terence Hill und Bud Spencer ein. Als Cowboy auf einem Pferd durch die Prärie reiten. Das muss toll sein. Das will ich auch. Und das kann ich auch machen, in wenigen Stunden, wenn ich drüben bin. Und Indianer will ich sehen. Ich will den Klondike rauf und runterschippern. Ich will in einem Salon einen Whiskey trinken. Und eine Bardame soll sich auf meinen Schoss setzen und ein Liedchen trällern.

Da habe ich mir eine ganz schön große Aufgabe vorgenommen. Ein Jahr lang durch die Welt reiten. Das Leben bestreiten. Ich freu mich drauf. Und dann startet der Flieger nach Amerika. Europa ade. Liebe Welt, du kannst kommen!