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Tag Archives | USA

United States of America (USA): Autokauf, Autozulassung in New York

Der erste richtige Weltreisetag bricht an. Fröhlich pfeifend schwinge ich mich aus dem Bett gleich an die Bar, wo das Frühstück wartet. Muffins, Bagels und Cornflakes – ein typisch amerikanisches Breakfast. Dazu gibt es Kaffee. Dieser hier macht müde Männer nur noch müder. Dem dünnen Braun den Namen Kaffee zu verleihen, könnte als Vortäuschung falscher Tatsachen gewertet werden. Bevor ich etwas später am Morgen ein richtiges Café aufsuche, will ich mir noch einen Traum erfüllen:

Motorisiert will ich quer durch die USA und Kanada fahren. Easyrider – der Film hat mich auf die Idee gebracht. Aber nicht mit dem Motorrad, sondern mit dem Auto. Ist bequemer. Arm aus dem Fenster, die Lieblingsmusik im Autoradio und Bären und Blumen, die sich am Highway tummeln. Ja, so soll es sein!

In New York ein Auto zu kaufen ist kein Problem. Autohändler findet man an jeder Ecke. Und heutzutage bekommt man neben den typisch amerikanischen Dreckschleudern, sogar kraftstoffsparende Autos aus Fernost. Denn der New Yorker hat mittlerweile auch erkannt, dass das Benzin immer teurer wird.

Bevor ich mich für ein Auto entscheide, muss ich mich noch um die Registrierung und eine Versicherung zum Fahren in den USA kümmern. Dazu statte ich der Zulassungsstelle, dem DMV, dem Department for Motorvehicels einen Besuch ab. Das Department ist direkt in der Stadt am Broadway.

In der großen Empfangshalle empfängt man mich freundlich und bittet darum, wie das wohl überall in der zivilisierten Welt üblich ist, eine Nummer zu ziehen. Dann frage ich, wie lange die Wartezeit ist. Danach entscheiden ich: Ich komme Morgen in aller Frühe wieder! Sechs Stunden hatte ich als Auskunft erhalten.

United States of America (USA): Nachts im Central Park

Das Flugzeugessen – Gummiadler und Pappkartoffeln – hält nicht mehr vor. Der Weltreise-Magen knurrt. Ich sprinte in den nächsten Shop. Es ist halb zehn, doch der kleine Laden ist offen. An den Schaufensterscheiben steht in Großbuchstaben: „24 Stunden geöffnet“, auch sonntags. Willkommen im Amiland. Das ist New York. Das ist der „Big Apple“, also der „Große Apfel“, wie die Einheimischen ihre Stadt nennen.

Im Shop weiss ich auch, warum: Die Äpfel kosten pro Kilo 5 Euro. Wahrhaftig „Big Apple“. Zumindest im Preis. Zehn Minuten später sitze ich mit zwei Sandwiches für 8 Euro und einer Flasche Wasser für 4 auf einer Bank im Central Park. Als ich satt und im Begriff bin aufzustehen, versperrt mir eine dunkle Gestalt den Ausgang. Ein Schwarzer, der sich nun zu mir auf die Bank setzt. „Ich bin Nathan Wightman. Was treibt Dich hierher?“ Das wüsste ich jetzt auch gern.  Jeder weiß, dass der Central Park abends im Dunkeln gefährlich ist. Es kursieren Horrorgeschichten von Morden und Überfällen. Nathan schaut mich freundlich an. Dann holt er tief Luft.

Im selben Moment verdunkelt sich Nathan´s Miene. Und er beginnt seine Lebensgeschichte zu erzählen. Nathan war ein erfolgreicher Geschäftsmann. Doch dann verlor er seinen Job. Er musste Wohnung und Hausstand verkaufen, um zu überleben. Nun wohnt Nathan auf der Straße. Traurig senkt er den Kopf. In dieser sentimentalen Minute springe ich auf und renne um mein Leben. Das Sandwich lasse ich auf der Bank liegen.

United States of America (USA): Das erste Hostel

Da stehe ich nun in New York. Mutterseelenallein an einer Telefonzelle gegenüber vom Central Park. Die stark befahrene 8th Avenue trennt mich von der grünen Oase. Es ist bald 20 Uhr. Die unromantischen Wolkenkratzer verdecken die untergehende Sonne. Im Zentrum New Yorks stehen die Hochhäuser so dicht gedrängt, dass den ganzen Tag über kein Sonnenstrahl bis auf die Straße gelangt.

Der Central Park ist bei Dunkelheit nichts für Greenhörner. Doch gleich um die Ecke, soll sich mein Hostel, also eine Jugendherberge, befinden. Schnell flitze ich zu meiner ersten Hostel auf dieser Reise. Zum ersten fremden Bett draußen in der weiten Welt. Das fremde Bett habe ich sonst gemieden. Wenn es hieß, nach einer Feier bei einem Kumpel zu übernachten, habe ich mich lieber in ein Taxi gesetzt. Ich wollte im eigenen kuschligen Bett schlafen. Das steht nun allein und verlassen herum. Wie ich jetzt an der Telefonzelle. 6000 Kilometer von daheim entfernt.

Leicht verschwitzt, stehe ich mit all meinem Gepäck vor dem Eingang des Hostels. Ich werde von einem jungen Surfertyp auf die lockere amerikanische Art empfangen: „Hey, how are you?“ Dann zeigt er mir meinen Raum für die kommenden zwei Nächte: Die Klimaanlage rattert, die Ecken sind dreckig und die Doppelstockbetten durchgelegen. Zwei alte Spinte stehen in der Ecke. Dazu stellt mir der Surfertyp Jeff aus Las Vegas und einen namenlosen Chilenen vor. Auch sie schlafen mit im Zimmer.

Ich schreite zur Kasse. 30 Euro pro Nacht knüpft mir der Surfertyp für das Mehrbettzimmer ab. Trotz des gierigen Preises strahle ich. Ich kann mich glücklich schätzen im Vorfeld über das Internet die Unterkunft gebucht zu haben. Das Hostel ist ausgebucht. Es gilt als eines der günstigsten in New York.

United States of America (USA): Ankunft mit Problemen

Es ist ein kleiner Schritt für die Menschheit, aber ein großer Schritt für mich. Ich betrete amerikanischen Boden. Ich habe die Luft der Freiheit in den Lungen. Auf geht‘s nach New York. Zu sehen ist von der berühmten Stadt nahe des J.F.K. Flughafens noch nichts. Bis ins Zentrum ist es gut eine Stunde Fahrt mit der U-Bahn, der sogenannten Subway.

Bevor meine Subway Richtung New York City aufbricht, habe ich Zeit, meiner Mutti eine SMS zu schreiben. Ich tippe. Bin sicher gelandet. Küßchen, vermisse Dich. Doch beim Abschicken der SMS spinnt das Handy. Senden fehlgeschlagen, steht auf dem Display. Auch meine Testanrufe werden abgeblockt. Ich soll mich mit meinem Netzbetreiber in Verbindung setzen, erzählt mir eine nette Ansage. Aber selbst das funktioniert nicht.

Das Problem mit dem Handy frustriert. Ich probiere hundert und tausend Varianten. Nichts passiert. Mutti wartet sicher schon auf eine Nachricht. Den Draht nicht nach Hause zu bekommen, reibt mit jeder Minute die vergeht, meinen Magen weiter auf. Ich scheine abgeschnitten zu sein von der Familie. Abgeschnitten vom Rest der Welt.

Die Lösung für mein Problem findet sich plötzlich und unerwartet: Als ich nach gut 60 Minuten mit der Subway im Stadtzentrum von New York ankomme und an die erste greifbare Telefonzelle springe. Eine große Plakette erklärt, wie man von den USA nach Übersee telefoniert. Ich lese und greife mir an die Stirn. Ein Jahr Vorbereitung auf die Reise hat nicht ausgereicht, um ein so simples Vorwahlspielchen zu recherchieren: Anstatt der 0049 muss man Deutschland in den USA mit der 01149 anwählen.

Die Weltreise beginnt: Die Einreise in die USA

365 Tage will ich unterwegs sein. Immer der Sonne nach, das ist das Motto. Ich reise einmal um den Globus herum. Und am Ende lande ich wieder da, wo ich hergekommen bin. In Deutschland, in Magdeburg. Wo ist der Sinn? Ich zucke mit den Achseln. Dann setzt der Flieger sanft auf dem New Yorker J.F.K. Flughafen auf.

Neugierde macht sich breit. Doch keine Zeit. Kaum setze ich den Fuß aus der Maschine, werde ich zügig in Richtung Einreiseschalter geschleust. Nach einem kurzen aber schnellen Fußmarsch, fällt mein erster Blick auf die strengen Gesichter der Passkontrolleure. Hoffentlich erwische ich einen Freundlichen. Denn für so manchen Touristen endete bereits am Einlass die Reise in die USA. Also bin ich schön brav und lächele artig! Ich will doch nicht als Terroristen abgestempelt werden.

Ein Grenzpolizist mit rauer Stimme empfängt mich. Etwas militärisch fragt er nach den Rückflugtickets. Jeder USA-Urlauber sollte Rückflug- oder Weiterflugtickets vorzeigen können. Fehlt das Ticket geht die USA davon aus, du willst als illegaler Einwanderer in ihrem Land leben. Ich habe kein Rückflugticket. Dafür habe ich aber Weiterreisetickets ab Südamerika. Denn erst mit der Ankunft in Santiago de Chile in fünf Monaten ist die Amerikareise beendet. Meine Pläne für die Weltreise muss ich dem Mann detailliert erklären. Am Ende guckt der Passkontrolleur unschlüssig nach unten. Er schüttelt den Kopf. Und sagt: “Verrückte Deutsche!” Ich atme auf. Trete aus dem Flughafen. Und bin drin. In den USA.

Weltreise-Planung: Reiseführer ja, aber in Englisch

Immer tiefer tauche ich in die Reiseführer ein. Hunderte Seiten werden mit der Geschichte der Länder gefüllt. Und noch mehr Geschichte gibt es dann auf den Städteseiten. Ein einziges Bla Bla. Tipps und Tricks für unterwegs kommen viel zu kurz. Deutsche Reiseführer für Individualtouristen laufen Gefahr, Thema und Zielgruppe zu verfehlen.

Im englischsprachigen Markt gibt es Dutzende Reiseführer, die für Individualreisende in Frage kommen: Der Klassiker „Lonely Planet“, „Rough Guide“, „Vivatravelguide“, „Moon“, etc. Hier findet vor allem das aktuelle Leben Beachtung. Auch Informationen über die angesagtesten Sportarten des Reiselandes, TV-Sender und Musikgruppen unterhalten den Leser. Dann gibt es eine große Auswahl an Reisezielen, die detalliert aufgeschlüsselt werden nach Sehenswürdigkeiten, Unterkünften, Restaurants, Busverbindungen, Internetcafés und mehr. Mit Hilfe dieser Lektüre bekommen wir einen ersten Einblick in die Reiseländer.

Nachteil des „Lonely Planets“ ist, dass fast alle Reisende das Buch benutzen, weil es weltweit eine unanfechtbare Monopolstellung als gutes Reisewerk besitzt. In manchen Regionen sind deshalb die Hotels aus dem Buch ausgebucht. Oder die Besitzer der Hotels haben nach Erscheinen des Führers die Preise erhöht. Nachfrage bestimmt den Preis.

Mir liefert das Buch in Kombination mit dem Internet eine gute Vorbereitung auf die Sehenswürdigkeiten in den Reiseländern. Ich plane die Route durch die ersten Länder mehr oder minder exakt. Kanada, die USA, Mexiko und Guatemala. Das schaffe ich innerhalb der verbleibenden Monate. Über die danach anstehenden Ziele informiere ich mich, wenn ich unterwegs bin.