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Tag Archives | weltreisen

Veranstaltung am 18. Februar 2012 in Oschersleben, Hotel Motorsport Arena, Jockel-Klein-Halle

Die Veranstaltung ist bereits gelaufen!

Veranstaltung am 17. Februar 2012 in Tangerhütte, Kulturhaus

Die Veranstaltung ist leider schon gelaufen!

Veranstaltung am 15. Februar 2012 in Salzwedel, Kulturhaus

Die Veranstaltung ist bereits gelaufen!

Veranstaltung am 14. Februar 2012 in der Hochschule Harz in Wernigerode

Die Veranstaltung ist leider schon gelaufen!

Veranstaltung am 13. Januar 2012 in Zielitz, Schul- und Gemeindebibliothek

Die Veranstaltung in Zielitz ist leider vorbei.

 

 

United States of America (USA): Nachts im Central Park

Das Flugzeugessen – Gummiadler und Pappkartoffeln – hält nicht mehr vor. Der Weltreise-Magen knurrt. Ich sprinte in den nächsten Shop. Es ist halb zehn, doch der kleine Laden ist offen. An den Schaufensterscheiben steht in Großbuchstaben: „24 Stunden geöffnet“, auch sonntags. Willkommen im Amiland. Das ist New York. Das ist der „Big Apple“, also der „Große Apfel“, wie die Einheimischen ihre Stadt nennen.

Im Shop weiss ich auch, warum: Die Äpfel kosten pro Kilo 5 Euro. Wahrhaftig „Big Apple“. Zumindest im Preis. Zehn Minuten später sitze ich mit zwei Sandwiches für 8 Euro und einer Flasche Wasser für 4 auf einer Bank im Central Park. Als ich satt und im Begriff bin aufzustehen, versperrt mir eine dunkle Gestalt den Ausgang. Ein Schwarzer, der sich nun zu mir auf die Bank setzt. „Ich bin Nathan Wightman. Was treibt Dich hierher?“ Das wüsste ich jetzt auch gern.  Jeder weiß, dass der Central Park abends im Dunkeln gefährlich ist. Es kursieren Horrorgeschichten von Morden und Überfällen. Nathan schaut mich freundlich an. Dann holt er tief Luft.

Im selben Moment verdunkelt sich Nathan´s Miene. Und er beginnt seine Lebensgeschichte zu erzählen. Nathan war ein erfolgreicher Geschäftsmann. Doch dann verlor er seinen Job. Er musste Wohnung und Hausstand verkaufen, um zu überleben. Nun wohnt Nathan auf der Straße. Traurig senkt er den Kopf. In dieser sentimentalen Minute springe ich auf und renne um mein Leben. Das Sandwich lasse ich auf der Bank liegen.

Weltreise-Vorbereitung: Reisepass, Führerschein und Co

Den Reisepass beantragen und einen neuen Führerschein ausstellen lassen. Das ist wichtig, bevor man sich in die weite Welt wagt. Und das kostet Zeit. Ich sitze in der Bürgerinformation in Magdeburg. Mit der Nummer 82 bin ich noch gut dran. *Pling* Gerade wird Bürger Nummer 56 aufgerufen. Eine geschlagene Stunde warte ich mit anderen in dem lieblos eingerichteten Wartesaal. Außer mit meinem noch aktivierten Handy kann ich mich nur mit Werbeheftchen beschäftigen. Bis endlich meine Nummer plingt.

Wie das beim Amt üblich ist, werde ich mit einem „Was kann ich für Sie tun?“ begrüßt. Ich antworte, „Guten Morgen!“ Schnell gehen wir über zum eigentlichen Thema: Die Reisepässe. Die brauchen ungefähr sechs Wochen für die Ausstellung. Zettel ausfüllen, biometrisches Passfoto abgeben – alles wird gestempelt und unterschrieben. Fertig!

Auf der Führerscheinstelle ein ähnliches Bild. Hier muss ich einen internationalen Führerschein beantragen. Denn, so heißt es: „Im außereuropäischen Ausland ist der europäische Führerschein nur in Verbindung mit dem internationalen Führerschein gültig.“

Ich habe aber gar keinen europäischen Führerschein. Der wird erst seit dem Jahr 2000 ausgegeben. In meinem Portmonee steckt noch der alte, rosa Lappen. Von dem muss ich mich jetzt verabschieden. Der alte, deutsche Führerschein, so die Dame am Schreibtisch, wird im Ausland gar nicht mehr akzeptiert. Und so muss ich in den sauren Apfel beißen, zunächst den europäischen Ausweis beantragen, um dann den internationalen anfordern zu können. Beide Ausweise brauchen bis zu vier Wochen.

Einen ganzen Tag verbringe ich auf den Ämtern. Am Ende bin ich rund 80 Euro ärmer.

Weltreise-Vorbereitung: Den Job fürs Weltreisen aufgeben ist pures Risiko

Einer meiner Arbeitskollegen schüttelt den Kopf: “Dann bist du raus, Falk, aus dem Job!” Die Angst vor dem Knick in der Karriereleiter packt mich. Die Zeit unterwegs erzeugt dieses große Loch im Lebenslauf. Ein schwarzer Fleck, der nie wieder auszuradieren geht.

An dem Punkt, den Job fürs Reisen aufzugeben, scheitern die meisten. Dass ich nicht daran zerbrochen bin, verdanke ich meinem Chef. Der sagt zu mir, als ich grübeln in der Studioecke sitze: „Who is killing the idea? The fear! My boy.“ Deutsch: “Wer vernichtet die Idee – es ist die Angst.” Mein Chef macht mir Mut. Hey, der will mich doch bloß loswerden, was?

Ich glüble weiter: Eine Weltreise ist kein schwarzer Fleck, sondern ein Farbtupfer im Lebenslauf. Eine Weltreise ist zwar eine teure Weiterbildung, aber eine intensive Lebenserfahrung. Einmal um den Globus getourt, kommt man als frisch gebackener Lebensgeist wieder nach Hause. Eine Weltreise kann man also nutzen, um aus dem vermeintlichen Karriereknick einen steilen Aufstieg zu machen.

Die innere Einstellung muss jetzt aufs Weltreisen programmiert werden. Damit beginnt das Abenteuer.

Weltreise-Vorbereitung: Das Abenteuer „Weltreise“ beginnt lange vorher

Millionen Fragen rund ums Reisen und um die eigene Zukunft verlangen nach Antworten. Eine Weltreise bedeutet, sein gesamtes Lebenskonzept auf den Kopf zu stellen. Seine hart erarbeitete Unabhängigkeit setzt man aufs Spiel. Wenn man die Wohnung ausräumt, sich vom Handy lösen muss und seinen Job aufgibt.

Ich bin Sprecher und Moderator. Ich sitze im Tonstudio. Der Aufnahmeleiter wirft mir einen müden Blick zu. Heute soll ich ein paar Texte für eine Suppen-Firma vorlesen. Die Schallschutzwände strahlen weiß aufs Papier. Ein einsamer Stuhl steht vor einem leeren Schreibtisch im Raum. Das Mikrofon baumelt in der Mitte. Alles wirkt steril. Wie in einem Krankenhaus. Die Sprachaufnahmen will ich bis spätestens 15 Uhr per E-Mail an den Auftraggeber geschickt haben. Knapp eine Stunde bleibt mir bis dahin. Pünktlichkeit, Disziplin und Korrektheit – das sind meine Tugenden. Das wissen die Auftraggeber auch. Womit keiner von ihnen rechnet: Sie werden bald auf mich verzichten müssen. Ich mache eine Weltreise. Komme, was wolle. Ich liebe meinen Job und auch dieses sterile Studio. Aber ich will mehr sehen. Ich will die Welt hinter diesen weißen Wänden sehen.

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